Was haben das Münchner Trinkwasser, Bio-Landwirtschaft und die Molkerei Berchtesgadener Land miteinander zu tun? Antworten gibt diese familienfreundliche Fahrradtour zum Taubenberg und entlang der Mangfall, mit dem Höhepunkt Wasserschloss Reisach.

Wasserschloss Reisach, Taubenberg & Mangfalltal
Radtour auf der Spur des Wassers
Wegbeschreibung:
Die Tour beginnt am Parkplatz Reisach, direkt im Herzen des Mangfalltals. Von hier führt der Weg zunächst Richtung Süden, entlang der sanft mäandernden Mangfall. Auf gut ausgebauten Radwegen geht es vorbei an grünen Wiesen und kleinen Brücken, die immer wieder schöne Blicke auf das klare Wasser ermöglichen.
Nach etwa 8 Kilometern verlässt die Route das Tal und nimmt Kurs auf den Taubenberg. Ein moderater Anstieg über schattige Waldwege bringt dich hinauf auf den bewaldeten Höhenzug. Kurz vor dem Gipfel lohnt sich ein Abstecher zum Aussichtsturm: 105 Stufen führen auf die Plattform mit einem spektakulären 360°-Panorama – vom Wendelstein über die Tegernseer Berge bis hin zum Münchner Umland.
Nach der Aussichtspause folgt eine entspannte Abfahrt über Forststraßen und Schotterwege zurück ins Tal. Die letzten Kilometer verlaufen wieder entlang der Mangfall, bevor die Tour am Parkplatz Reisach endet.
Daten:
- Beste Zeit: Frühling bis Herbst
- leicht bis mittel, ideal für Tourenrad oder E-Bike
- Höhenmeter: rund 350 m
- Höchster Punkt: 882 m
- Strecke: ca. 28 km
- Gesamtzeit (ohne Pausen): 2:18 h
- Wegpunkte: Parkplatz Reisach – Mühltal – Reitham – Aussichtsturm Taubenberg – Berggasthof Taubenberg – Parkplatz Reisach
- Ausgangsort: Parkplatz Reisach
Einkehrmöglichkeiten auf der Tour:
Berggasthof Taubenberg
Inh. Johann Maurer
Taubenberg 1
83627 Warngau
Tel.: +49 (0) 80 20 17 05
berggasthaus@taubenberg.de
www.taubenberg.de
Öffnungszeiten:
Samstag & Sonntag 10:00 - 18:00 Uhr
Weitere Wirtshäuser findest du in Warngau.
Die Radtour startet im Mangfalltal und führt auf gut ausgebauten Wegen durch die landschaftlich reizvolle Region rund um den Taubenberg. Vorbei an Wiesen, Wäldern und kleinen Bachläufen geht es in einer angenehmen Schleife zurück zum Ausgangspunkt. Unterwegs bieten sich immer wieder schöne Ausblicke und die Möglichkeit, die Ruhe der Natur zu genießen. Dank moderater Steigungen ist die Strecke auch für weniger geübte Radfahrer:innen geeignet.
Die Highlights:
- 1. Ein Schatz hinter verschlossenen türen
- 2. Wasserschloss reisach - eine quellfassung
- 3. Kühe auf der Weide – Was Bio-Kühe mit Trinkwasser zu tun haben
- 4. familie schwabenbauer - bio aus überzeugung
- 5. wasser - wichtigstes futtermittel für kühe
- 6. hag- und ehgartenlandschaft - eine kulturlandschaftliche perle im oberland
- 7. Artenreiche Blühwiese – Ökolandwirtschaft und Artenvielfalt
- 8. wald als idealer wasserspeicher
- 9. Aussichtsturm am Taubenberg
Highlight 1
Ein Schatz hinter verschlossenen Türen
Ein unvorstellbarer Schatz verbirgt sich hinter dieser unscheinbaren, aber hochgesicherten Tür: die Gotzinger Hangquellfassung. Unterhalb des Weyarner Ortsteils Gotzing entspringt diese Hangquelle aus dem Grundwasserstrom, der südlich des Taubenbergs verläuft. Die Stollen dahinter haben eine Länge von 2.552,6 Meter und wurden bereits 1899 in Betrieb genommen.
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Das Besondere: Aufgrund der Höhenlage des Quellaustritts – rund 100 Meter über der geografischen Höhe der Stadt München – fließt das wertvolle Wasser im freien Gefälle ohne zusätzlich nötigen Energieaufwand aus dem südlich gelegenen Mangfalltal nach München. Rund 2.800 Liter Wasser pro Sekunde fließen so nach München und versorgen die Bevölkerung zu etwa 75 Prozent mit dem täglichen Wasserbedarf.
Quellfrisch sprudelt das Wasser naturbelassen aus dem Voralpenland, frei von Schadstoffen, klar und damit in bester Trinkwasserqualität. Damit das so bleibt, haben die Stadtwerke München bereits 1992 begonnen, mit den Landwirt:innen im Einzugsgebiet der Quellen eng zusammenzuarbeiten. Die Idee: Ökologischer Landbau im Einzugsgebiet der Quellen. Denn wo keine chemisch-synthetischen Dünge- oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, gelangen weder Nitrat noch Pestizide ins Grundwasser.
Heute ist das Mangfalltal eines der größten geschlossenen Bio-Anbaugebiete in Deutschland. Einer der Vermarktungspartner dieser Bauernfamilien ist die Molkerei Berchtesgadener Land. Sie nimmt Biomilch aus dem Mangfalltal ab, verarbeitet sie zu hochwertigen Bio-Alpenmilchprodukten und sorgt dafür, dass sich die Umstellung für die Familienbetriebe auch wirtschaftlich lohnt.
Das Ergebnis: eine beispielhafte Allianz aus Wasserschutz und regionaler Wertschöpfung. So profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher doppelt – von reinem Trinkwasser und bester Bio-Milch aus einer der schönsten Landschaften Bayerns.
Highlight 2
„Wasserschloss Reisach“ –
eine Quellfassung
Das sogenannte Wasserschloss Reisach wurde zwischen 1902 und 1912 erbaut. Es ist kein Schloss mit Schlossherren im eigentlichen Sinne. Es wurde vielmehr als Bauwerk über den Hauptsammelschacht der dort gefassten Quelle errichtet, deren Kanäle in rund neun Meter Tiefe liegen und etwa einen Durchmesser von zwei Metern haben. Das „Schloss“ steht damit direkt über der Stelle, wo sich zwei Grundwasserleiter zwischen den beiden Flüssen Mangfall und Schlierach treffen.
Von dort geht’s über ein 40 Kilometer langes Leitungssystem nach München, um die Stadt mit Trinkwasser zu versorgen.
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Diese Grundwasserleiter sind Teil des Wasserkreislaufs und werden durch Regenwasser immer wieder aufgefüllt. Die geologische Bodenbeschaffenheit ist wie ein Filter und die Basis für die hohe Reinheit des Grundwassers im Mangfalltal.
Die weitgehend unberührte Natur und die biologische Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen rund um das Quellgebiet im Mangfalltal sorgen außerdem dafür, dass die Wasserqualität rein bleibt. So kann es ohne aufwendige Aufbereitung direkt ins Leitungsnetz der Stadt München fließen.
Diese Qualität ist kein Zufall: Das Wasserschutzgebiet um die Quellstationen wird streng kontrolliert. Und ein zentraler Baustein des Schutzkonzepts ist seit 1992 die ökologische Landwirtschaft im Einzugsgebiet. Die Stadtwerke München fördern Bio-Landbau mit Beratung und Fördergeldern gezielt, um Nährstoffeinträge ins Grundwasser zu minimieren.
Ein Teil der dort wirtschaftenden Bio-Betriebe liefert ihre Milch an die Molkerei Berchtesgadener Land, erste Bio-Molkerei in Deutschland. Schon seit 1973 erfasst und verarbeitet die Molkerei Bio-Milch. Seit 2005 auch Bio-Milch aus dem Mangfalltal. So wurden 2024 über 40 Millionen Liter Bio-Milch aus dem Mangfalltal zu wertvollen Bio-Alpenmilchprodukten in der Molkerei in Piding verarbeitet. Hier verbindet sich Wasserschutz mit hochwertiger Lebensmittelproduktion – und die Verbraucher können durch den Kauf von Bio-Alpenmilch aktiv zum Erhalt dieser einzigartigen Wasserqualität beitragen.
Highlight 3
Was Bio-Kühe mit Trinkwasser zu tun haben
Bio-Milchkühe im Mangfalltal sorgen nicht nur für beste Milch, sondern auch für sauberes Trinkwasser. Geringe Tierzahlen pro Hektar und der Verzicht auf chemische Düngemittel in der Bio-Landwirtschaft schützen das Grundwasser nachhaltig. Kleegras bindet Stickstoff natürlich aus der Luft und sorgt in der Bio-Landwirtschaft für eine ausgeglichene Nährstoffbilanz.
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Bio-Landwirt:innen halten deutlich weniger Tiere pro Hektar als in konventioneller Landwirtschaft üblich. Diese geringere Besatzdichte von zwei Milchkühen pro Hektar (wie in den Naturland-Richtlinien festgelegt) sorgt dafür, dass die anfallende Gülle vollständig auf den eigenen Flächen umweltgerecht ausgebracht werden kann und beugt einer Überdüngung vor. Außerdem sind in der ökologischen Landwirtschaft chemisch-synthetische Dünger und Pestizide tabu. Das schützt die Böden und verhindert, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt.
Die SWM unterstützen diesen Ansatz seit Jahrzehnten – mit Förderprogrammen und langfristigen Verträgen, die den Landwirten Planungssicherheit geben. Die Molkerei Berchtesgadener Land sichert den Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen, die Mitglieder in der Molkereigenossenschaft sind, zudem faire Abnahmepreise für die Bio-Milch und eine zuverlässige Vermarktung.
Das Ergebnis: Eine nachhaltige Symbiose aus Landwirtschaft und Trinkwasserschutz. Wer hier wandert, sieht nicht nur schöne Landschaft, sondern auch ein funktionierendes Miteinander von Tierhaltung und Trinkwasserschutz – denn hier ist jede Kuh auf der Weide zugleich Garant für reines Trinkwasser aus dem Hahn ist.
Highlight 4
Familie Schwabenbauer –
Bio aus Überzeugung
Die Familie Schwabenbauer im Mangfalltal ist seit 1998 bio-zertifiziert und seit 2005 Mitglied der Molkereigenossenschaft Berchtesgadener Land. Mit 60 Milchkühen, Weidehaltung und Respekt vor Natur und Tieren liefert sie beste Naturland Milch an die Molkerei Berchtesgadener Land – und schützt zugleich das Trinkwasser.
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Der Gammerhof liegt am Rande des Mangfalltals und gehört zur Gemeinde Gmund am Tegernsee. Er ist einer von rund 40 Bio-Betrieben im Mangfalltal, die Mitglied in der Molkereigenossenschaft Berchtesgadener Land sind. Johannes Schwabenbauer bewirtschaftet dort, unterstützt von seinen Eltern Christiane und Heinrich, 27 Hektar Land – also knapp 38 Fußballfelder – alles nach den strengen Richtlinien des anerkannt ökologischen Anbauverbands Naturland.
Bereits 1998 stellten sie aus Überzeugung auf Bio um. Der Hof beherbergt rund 60 Milchkühe und 40 Jungtiere, die sich frei bewegen und im Sommer täglich auf den rund um den Hof gelegenen Weiden grasen. Für die Schwabenbauers bedeutet Bio mehr als ein Siegel: „Wir wollen wertvolle Lebensmittel erzeugen und dabei unsere Umwelt erhalten“, sagt Johannes Schwabenbauer. Deshalb setzen sie auf schonende Bewirtschaftung, verzichten auf chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel und achten auf einen respektvollen Umgang mit den Tieren.
Ein Nebeneffekt dieser Arbeitsweise: Das Grundwasser im Einzugsgebiet der Mangfallquellen bleibt sauber. Genau deshalb unterstützen die Stadtwerke München Bio-Landwirtschaft seit 1992. Die Molkerei Berchtesgadener Land zahlt den Schwabenbauers einen fairen Milchpreis und sorgt für die Vermarktung der Bio-Alpenmilch.
So verbindet sich auf dem Bio-Hof Tradition mit Zukunft: hochwertige Milch, gepflegte Landschaft, gelebter Wasserschutz – und ein Stück Sicherheit für Münchens Trinkwasserversorgung.
Highlight 5
Wasser – wichtigstes Futtermittel für Kühe
Was machen die Güllefässer auf den Wiesen, an denen man auf dieser Tour vorbeikommt? Es sind zu fahrbaren Wassertanks umfunktionierte Fässer, die Tränkestellen für die Weidetiere. Denn ein Großteil der Wiesen im Mangfalltal wird als Weiden genutzt – einfach auch an den Weidezäunen zu erkennen.
Wie für alle landwirtschaftlichen Nutztiere gilt: Wasser ist das wichtigste Futtermittel für Kühe. Wichtiger Bestandteil von gutem Weidemanagement ist daher nicht nur ein immer ausreichendes Angebot an Gras auf der Weide, sondern auch eine gute Versorgung mit sauberem Trinkwasser für die Tiere.
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Kühe bestehen zu 55 bis 80 Prozent aus Wasser. Die Wassermenge und -qualität spielt – wie auch beim Menschen – eine zentrale Rolle für die Gesundheit. Dabei ist Wasser an vielen lebenswichtigen Prozessen des Organismus der Kuh beteiligt: der Verdauung, dem Stoffwechsel, der Umwandlung und dem Transport von Nährstoffen, der Kot- und Harnausscheidung, der Regulation der Körpertemperatur und auch der Milchleistung. Nur Wiederkäuer wie z.B. Kühe erzeugen aus Wasser und Gras – das für uns Menschen unverdaulich ist – wertvolle Milch und proteinreiches Fleisch.
Der Wasserbedarf einer Milchkuh wird durch drei Quellen gedeckt: Tränkewasser, Wasser in und auf dem Futter, Wasser aus dem Stoffwechsel. Um diesen Bedarf zu decken, trinkt eine Milchkuh im Durchschnitt zwischen 50 bis zu 200 Liter am Tag / etwa 70 Liter pro Tag, nimmt zirka 30 Liter über die Nahrung auf und produziert nochmals zirka 5 Liter innerhalb ihres Stoffwechsels. Diese Mengen sind abhängig von verschiedenen Faktoren, wie z. B. der Umgebungstemperatur, der Rationszusammensetzung, der Leistung der Kuh, dem Trächtigkeitsstatus sowie ihrer Körpergröße und -kondition.

Highlight 6
Hag- und Ehgartenlandschaft –
eine kulturlandschaftliche Perle im Oberland
Die landwirtschaftlich genutzte Region südlich vom Taubenberg zeigt sich besonders idyllisch und kleinteilig. Mosaikartig sind die Wiesen immer wieder von Baum- oder Strauchreihen untertrennt, die ihrerseits die Waldstücke wie ein grünes Band miteinander verbinden. Diese eindrucksvollen Baumhecken gelten als einzigartiges kulturhistorisches Erbe der mittelalterlichen Ehgarten- bzw. Hag-Landwirtschaft, einer einfachen Feld-Gras-Wirtschaft. Bäume und Sträucher halten den hier fast immer wehenden Nordwestwind ab, die Bäume sind willkommene Schattenspender für das Weidevieh und außerdem idealer Lebensraum für Vögel, allerlei Kleintiere und Insekten.
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Dabei sind die Hage weit mehr als einfach nur Hecken. Ein intakter Hag besteht aus mehreren Strauch- und Baumschichten. Bis zu 44 verschiedenen Arten kann ein Hag enthalten: Edellaubhölzer wie Bergahorn, Linde, Esche oder Eiche in der oberen Baumschicht. In den unteren Baumschichten wachsen junge Bäume im Schutz der Sträucher heran, bereit, den Platz der älteren Bäume einzunehmen. Die Strauchschicht aus Weißdorn, Wildrose und Co. dient somit der nächsten Generation an Bäumen als „Kinderstube“ und damit als Schutz. Für den dauerhaften Fortbestand der Hage hat jede Schicht eine wichtige Funktion.
Die Entstehung dieser eindrucksvollen Kulturlandschaft reicht in die Zeit der klösterlichen Besiedelung und Landvergabe zurück. Die Egartenwirtschaft war damals die gängige Form der Landbewirtschaftung. Nur durch die aufwendige Pflege der Hage durch die Landwirt:innen bestehen sie weiter und leisten ihren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt von Flora und Fauna.
Highlight 7
Artenreiche Blühwiese – Ökolandwirtschaft und Artenvielfalt
Bunte Blühwiesen im Mangfalltal sind Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere. Außerdem wird im Grünland kontinuierlich Humus aufgebaut – deutlich mehr als auf Ackerflächen. Grünland wird so zum besseren Wasserspeicher. So fördern Wiesen die Artenvielfalt und tragen – besonders bei extensiver Bewirtschaftung im Bio-Landbau – maßgeblich zum Schutz des Trinkwassers bei.
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Wer durchs Mangfalltal wandert, begegnet ihnen überall: satt grüne Wiesen, die im Frühjahr farbenprächtig voller Margeriten, Klee, Glockenblumen und seltener Kräuter sind. Sie sind weit mehr als nur schön anzusehen – sie sind Lebensraum und Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Vögel und viele andere Tierarten. Diese Vielfalt ist kein Zufall: Sie entsteht, weil Bio-Landwirte auf intensive Düngung verzichten und ihre Wiesen im Rahmen von Naturlandschaftsprojekten oftmals später und seltener mähen. So können Pflanzen zur Blüte kommen und Samen bilden, und Insekten finden Nahrung über einen langen Zeitraum.
Die Alpenregion an sich ist ein niederschlagsreicher Standort mit durchschnittlich 1.200 bis 1.400 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr. Das ist neben der geologischen Bodenbeschaffenheit einer der Gründe, warum die Region von Grünland bestimmt ist. Im Einzugsgebiet der Molkerei Berchtesgadener Land – vom Watzmann bis zur Zugspitze – sind über 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Grünland.
Deshalb ist die Alpenregion auch idealer Milchwirtschaftsstandort. Denn nur Wiederkäuer – wie die Kuh – können diese landwirtschaftlichen Flächen für die Lebensmittelproduktion nutzen, indem sie aus Gras wertvolle Lebensmittel wie Milch und Fleisch erzeugen. Zudem wird hier keine Massentierhaltung betrieben, sondern die Landwirtschaft ist geprägt von bäuerlichen Familienbetrieben. Besonders schützt die nachhaltig ökologische Bewirtschaftung das Grundwasser. Denn ohne Überdüngung gelangt kein überschüssiges Nitrat in den Boden, und Pestizide werden gar nicht erst eingesetzt. Damit trägt ökologisch bewirtschaftetes Grünland doppelt zum Umweltschutz bei: Es fördert Artenvielfalt und sichert die Trinkwasserqualität.
Die Stadtwerke München (SWM) unterstützen diese Form der Landbewirtschaftung durch langfristige Förderverträge. Die Molkerei Berchtesgadener Land verarbeitet die Milch dieser Bio-Bauern zu Bio-Alpenmilch - mit jedem Liter wertvoller Bio-Alpenmilch von Berchtesgadener Land wird so nicht nur Artenreichtum, sondern auch Münchens Trinkwasserqualität unterstützt.


Highlight 8
Wald als idealer Wasserspeicher
Die Quellen im Mangfalltal sind umgeben von zwei insgesamt 2.190 Hektar großen Schutzgebieten. Über diese Schutzgebiete hinaus werden 4.400 Hektar ausschließlich biologisch bewirtschaftet, mehr als 1.500 Hektar sind Wald. Dabei handelt es sich heute wieder um den in der Höhenzonierung zwischen 500 und 800 Metern üblichen natürlichen Laubmischwald. Er ist als Wasserschutzwald besonders gut geeignet.
Laubmischwald bietet vielen Tieren einen artgerechten Lebensraum und ist außerdem idealer Wasserspeicher: Ein Hektar Wald hält bis zu 2 Millionen Liter Regenwasser zurück. Es wird besonders gut gefiltert und erst nach und nach durch die Bodenschichten ans Grundwasser abgegeben.
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Heute weiß man: Die Zusammensetzung der Baumarten im Wald hat Einfluss auf die Grundwasserqualität. So enthält das Sickerwasser unter Laubbäumen geringere Nitratkonzentrationen und die Durchwurzelung ist tiefer. Beides zusammen führt dazu, dass das Grundwasser darunter besser geschützt und daher reiner ist.
Und auch hinsichtlich der Speichermenge scheinen Laubwälder gegenüber Nadelwäldern im Vorteil zu sein: Deshalb haben die Stadtwerke München schon vor Jahrzehnten mit dem Waldumbau von Fichten-Monokulturen zu stabilen Laubmilchwäldern begonnen. Heute ist praktisch der gesamte Wald im Quellbereich ein Laubmischwald und wird nach den Naturland-Richtlinien anerkannt ökologisch und nachhaltig bewirtschaftet.
National gesehen sind rund ein Drittel der Fläche Deutschlands Wald, in Bayern sind es 37 Prozent. Rund 90 Prozent der Höfe der Molkereigenossenschaft bewirtschaften Wald, 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche sind Grünland und rund ein Drittel aller 1.500 Betriebe wirtschaften anerkannt ökologisch.
So leisten die Landwirt:innen der Molkerei Berchtesgadener Land durch die vielfach extensive Bewirtschaftung der Betriebe im Grünlandgebiet der Alpen mit durchschnittlich 30 Kühen einen wichtigen Beitrag zum Humusaufbau und zur Wasserspeicherung in der Region.
Highlight 9
Aussichtsturm auf dem Taubenberg
Wer– wie hier auf der Tour – von Osterwarngau aus auf den Taubenberg fährt, folgt einer ca. 2,5 km langen mäßig ansteigenden Schotterstraße. Auf rund 900 Meter steht dann der 29 Meter hohe Aussichtsturm.
Für Besucher zugänglich ist der Turm in der Regel von Ostern bis Anfang November Den Schlüssel für den Turm, kann man sich gegen Pfand im bewirtschafteten Berggasthof ausleihen, der allerdings aktuell nur Samstag bis Sonntag geöffnet hat.
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Wer das Tor öffnet, wird mit dem Wort „SALVE - Sei gegrüßt“ willkommen geheißen. Über 105 Stufen führen über eine gegenläufige zweigeteilte Wendeltreppe auf eine Plattform mit 360 Grad Rundumblick: nach Süden auf das Wendelsteingebirge und die Tegernseer Berge inkl. Seeblick, nach Norden auf das Alpenvorland bis München.











