Artenvielfalt
20. maggio 2019

Artenvielfalt

Warum Biene, Kuh und Mensch davon profitieren.

Bunte, blühende Wiesen mit vielen verschiedenen Gräsern und Kräutern stellen eine ideale Nahrungsquelle für Bienen und Insekten dar. Diese Nahrungsquelle gilt es zu erhalten.

Als Kooperationspartner der UNESCO Biosphärenregion Berchtesgadener Land unterstützt die Genossenschaftsmolkerei Berchtesgadener Land die Gewinnung von Saatgut aus heimischen Gräsern und Kräutern zur Anreicherung von Grünland. Damit leistet die Molkerei seit Jahren einen aktiven Beitrag zur Artenvielfalt in der Region zwischen Watzmann und Zugspitze. 
Warum ein fairer Milchpreis dabei eine wichtige Rolle spielt? Die faire Bezahlung sichert die Erhaltung kleinstrukturierter, artenreicher, bäuerlicher Landwirtschaft. Auch darauf macht der Tag der biologischen Artenvielfalt am 22. Mai aufmerksam.

Das Volksbegehren „Artenvielfalt: Rettet die Bienen!“ in Bayern hat es gezeigt: Das Thema beschäftigt breite Teile der Bevölkerung und die Bienen sowie ihre Artgenossen liegen den Menschen am Herzen. Immerhin gilt die Biene nach dem Rind und dem Schwein als das drittwichtigste Nutztier: Ein Drittel der Lebensmittel hängt direkt oder indirekt von ihrer Bestäubung ab. Daher muss die Biene – aber auch andere Insekten – geschützt und deren vielfältige Futterquelle erhalten werden. Darauf macht der internationale Tag der biologischen Vielfalt der Vereinten Nationen am 22. Mai aufmerksam. Einen aktiven Beitrag zur Artenvielfalt leistet die Molkerei Berchtesgadener Land zum einen direkt durch die Unterstützung von Artenschutzprojekten der UNESCO Biosphärenregion Berchtesgadener Land (z.B. Biosphären-Saatgut), zum anderen indirekt durch den fairen Milchpreis. Dieser ermöglicht es den Landwirten, die Höfe traditionell weiter zu bewirtschaften. Die in der Bergregion typische, extensive Wirtschaftsweise fördert den Erhalt der Arten, die insbesondere auf den Bergwiesen und Almen erlebbar sind. Die Molkerei Berchtesgadener Land weiß um die Wichtigkeit dieses Zusammenhangs und bezahlt auch aufgrund dessen seit Jahren ihren Eignern, den Landwirten zwischen Watzmann und Zugspitze, einen konstant hohen Milchpreis, welcher den kleinen, bäuerlichen Familien-Betrieben ein Einkommen sichert.

Gutes Futter ergibt gute Milch

Im Rahmen des Biosphären-

Saatguts wird eine Blühsamenmischung aus heimischen Kräutern und Gräsern entwickelt. „Eine solche Saatgutmischung säe ich auf offenen Bodenstellen von Flächen aus, die ich extensiv bewirtschafte. Das bedeutet, dass ich sie höchstens zwei bis drei Mal im Jahr mähe“, erklärt Jakob Sichler, Naturland-Landwirt der Molkerei Berchtesgadener Land, „So ist der Tisch für Bienen, Insekten und Vögel lange gedeckt, um Nahrung zu sammeln. Nach dem Mähen wird das Gras, das viele verschiedene Kräuter und Gräser enthält, getrocknet. Dieses Heu ist ein sehr gutes Futter für meine Kühe.“ Jakob Sichler hat Flächen, die er als „Apotheke für seine Tiere“ bezeichnet und auf denen viele wohlriechende und gesundheitsfördernde Kräuter und Gräser wachsen. Sie sind gut für die Kuhgesundheit, aber vor allem für die Qualität der Milch: Je mehr vielfältiges und artenreiches Gras die Kühe fressen, desto höher ist der Wert an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und desto hochwertiger ist die Milch. Diese Fettsäuren sind wiederrum wertvoll für den Menschen und dessen Ernährung. „Gutes Futter ergibt also gute Milch – ein Unterschied, den man schmeckt“, ist Sichler überzeugt.

 

Ein Tipp für zu Hause

Neben Gräsern und Kräutern auf Blühwiesen, fliegen Bienen gerne Thymian, Salbei oder Akelei an. Wer solche Kräuter auf dem Balkon oder der Terrasse hat, deckt den Tisch für Bienen und Insekten mit. Und wer einen Garten zu Hause hat, kann die Wiesenfläche erst dann mähen, wenn die Blumen und Gräser abgesamt haben, sodass die Insekten lange fleißig Nahrung sammeln können.

 

 

 

Das Interregprojekt „Wild und kultiviert – Regionale Vielfalt säen“
Als Kooperationspartner der UNESCO Biospährenregion Berchtesgadener Land unterstützte die Molkerei Berchtesgadener Land bereits von 2015 bis 2018 das Interregprojekt „Wild und kultiviert – Regionale Vielfalt säen“. In der Fortsetzung werden für Biosphären-Saatgut artenreiche zwei-mahdige Wiesen beerntet. Die Biosphärenregion wird dabei von Landwirten der Genossenschaft unterstützt.

Ziel ist es, heimische Gräser- und Kräuterarten der Region zu vermehren und eine auf die regional kalkhaltigen Bodenverhältnisse angepasste, typische Saatgutmischung für Blühwiesen anzubieten. Gleichzeitig mit deren Aussaat wird Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten dann ein verbessertes Nahrungsangebot angeboten. Bis diese Samenmischung angeboten werden kann, wird seit 2015 eine in Kooperation mit der Molkerei entwickelte Samenmischung der Firma Krimmer – naturnahes Grün zur Anreicherung des artenarmen Grünlands von den Landwirten eingesetzt.

Die Biosphärenregion Berchtesgadener Land hat ihre Aktivitäten zum Arten- und Insektenschutz im Projekt „Wildbienen schützen“ zusammengefasst. Die Molkerei unterstützt durch die Kooperation mit der Biosphärenregion dieses Vorhaben. Am 2. Mai 2019 erhielt das Projekt eine hochrangige Auszeichnung als UN-Dekadeprojekt Biologische Vielfalt. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber lobte als Laudator das besondere Engagement des Berchtesgadener Landes.


Ausgezeichnet mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019
Im Dezember 2018 erhielt die Molkerei Berchtesgadener Land den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019 in der Kategorie Unternehmen mittlerer Größe. Damit würdigte die Fachjury das herausragende ökologische und soziale Engagement der bayerischen Genossenschaftsmolkerei. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist Europas größte Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit und wird jährlich von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen vergeben.

Bildtext:

Jakob Sichler ist Bio-Landwirt und liefert die Milch seiner Kühe an die Molkerei Berchtesgadener Land. Er wertet mit einer von der Molkerei mitentwickelten Samenmischung sein Grünland auf: 21 Gräser und fünf Kräuter sind darin, die speziell in der Alpenregion zu finden sind und den Tisch für Bienen und Insekten reichlich decken. Das vielfältige Gras ist ein hochwertiges Futter für die Milchkühe: Die unterschiedlichen Gräser und Kräuter wirken sich auf den einzigartigen Geschmack der Milch aus. 

Bildquelle:

Molkerei Berchtesgadener Land
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bsh

Redaktion

Barbara Steiner-Hainz

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