Was haben das Münchner Trinkwasser, Bio-Landwirtschaft und die Molkerei Berchtesgadener Land miteinander zu tun? Antworten gibt diese familienfreundliche Wandertour entlang der Mangfall.

Mangfalltal & Wasserschloss Reisach
Familienfreundliche Wanderung entlang des Wassers
Wegbeschreibung:
Startpunkt ist der Parkplatz Reisach, mitten im idyllischen Mangfalltal. Von hier führt der Weg zunächst Richtung Süden, vorbei an sanften Wiesen und entlang der Mangfall, die sich glitzernd durch die Landschaft schlängelt. Nach wenigen Minuten erreichst du den ersten Aussichtspunkt mit Blick auf die Flussauen – perfekt für ein Foto.
Der Weg folgt dem Flusslauf auf gut begehbaren Schotterwegen und kleinen Waldpfaden. Nach etwa 2 Kilometern gelangst du zum Wasserschloss Reisach, einer historischen Quellfassung, die seit über 100 Jahren Münchens Trinkwasserversorgung sichert. Infotafeln erklären die Bedeutung des Bauwerks und die ökologische Landwirtschaft im Einzugsgebiet.
Von hier führt die Route weiter durch lichte Wälder und über sanfte Hügel, bevor sie sich wieder der Mangfall nähert. Die letzten Meter verlaufen flach und angenehm, ideal für Familien mit Kindern. Zurück am Parkplatz endet die Tour nach rund 1,5 bis 2 Stunden Gehzeit.
Daten:
- Beste Zeit: Frühling bis Herbst
- leichte, familienfreundliche Tour
- Höhenmeter: 80 m
- Höchster Punkt: 637 m
- Strecke: ca. 6-7 km
- Gesamtgehzeit (ohne Pausen): 1,5 – 2 Std.
- Wegpunkte: Parkplatz Reisach – Hangquellfassung – Wasserschloss Reisach – Parkplatz Reisach
- Ausgangsort: Parkplatz Reisach
Einkehrmöglichkeiten auf der Tour:
Auf dieser relativ kurzen Wanderroute sind keine Gasthäuser. Wir können dir aber folgende Tipps zu Einkehrmöglichkeiten geben, die du in wenigen Autominuten erreichen kannst.
Hofcafe Giglberg
Inh. Maria Schuster
Giglberg 2
83703 Gmund am Tegernsee
Tel.: +49 (0) 8025 926 9722
hofcafe.giglberg@web.de
Öffnungszeiten:
Freitag 14:00 - 17:00 Uhr
Samstag 11:00 - 17:00 Uhr
Sonntag 11:00 - 17:00 Uhr
Gasthof Mehringer
Anton Mehringer
Miesbacher Str. 15
83627 Warngau/Wall
Tel.: +49 (0) 8025 1551
info@hotel-mehringer.de
https://hotel-mehringer.de
Montag Ruhetag
Weitere Wirtshäuser findest du in Warngau.
Diese familienfreundliche Wandertour führt durch das malerische Mangfalltal und bietet eine perfekte Kombination aus Naturgenuss und Wissenswertem rund um das Münchner Trinkwasser. Startpunkt ist nahe der Mangfall, von wo aus der Weg sanft entlang des Flusses verläuft. Unterwegs laden kleine Pfade und Brücken zum Erkunden ein, bevor das Wasserschloss Reisach erreicht wird. Die historische Quellfassung ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein Ort, der die Bedeutung nachhaltiger Wasserwirtschaft eindrucksvoll zeigt. Dank der geringen Höhenmeter und der kurzen Distanz eignet sich die Tour ideal für Familien mit Kindern. Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst.
Highlight 1
Ein Schatz hinter verschlossenen Türen
Ein unvorstellbarer Schatz verbirgt sich hinter dieser unscheinbaren, aber hochgesicherten Tür: die Gotzinger Hangquellfassung. Unterhalb des Weyarner Ortsteils Gotzing entspringt diese Hangquelle aus dem Grundwasserstrom, der südlich des Taubenbergs verläuft. Die Stollen dahinter haben eine Länge von 2.552,6 Meter und wurden bereits 1899 in Betrieb genommen.
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Das Besondere: Aufgrund der Höhenlage des Quellaustritts – rund 100 Meter über der geografischen Höhe der Stadt München – fließt das wertvolle Wasser im freien Gefälle ohne zusätzlich nötigen Energieaufwand aus dem südlich gelegenen Mangfalltal nach München. Rund 2.800 Liter Wasser pro Sekunde fließen so nach München und versorgen die Bevölkerung zu etwa 75 Prozent mit dem täglichen Wasserbedarf.
Quellfrisch sprudelt das Wasser naturbelassen aus dem Voralpenland, frei von Schadstoffen, klar und damit in bester Trinkwasserqualität. Damit das so bleibt, haben die Stadtwerke München bereits 1992 begonnen, mit den Landwirt:innen im Einzugsgebiet der Quellen eng zusammenzuarbeiten. Die Idee: Ökologischer Landbau im Einzugsgebiet der Quellen. Denn wo keine chemisch-synthetischen Dünge- oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, gelangen weder Nitrat noch Pestizide ins Grundwasser.
Heute ist das Mangfalltal eines der größten geschlossenen Bio-Anbaugebiete in Deutschland. Einer der Vermarktungspartner dieser Bauernfamilien ist die Molkerei Berchtesgadener Land. Sie nimmt Biomilch aus dem Mangfalltal ab, verarbeitet sie zu hochwertigen Bio-Alpenmilchprodukten und sorgt dafür, dass sich die Umstellung für die Familienbetriebe auch wirtschaftlich lohnt.
Das Ergebnis: eine beispielhafte Allianz aus Wasserschutz und regionaler Wertschöpfung. So profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher doppelt – von reinem Trinkwasser und bester Bio-Milch aus einer der schönsten Landschaften Bayerns.
Highlight 2
„Wasserschloss Reisach“ –
eine Quellfassung
Das sogenannte Wasserschloss Reisach wurde zwischen 1902 und 1912 erbaut. Es ist kein Schloss mit Schlossherren im eigentlichen Sinne. Es wurde vielmehr als Bauwerk über den Hauptsammelschacht der dort gefassten Quelle errichtet, deren Kanäle in rund neun Meter Tiefe liegen und etwa einen Durchmesser von zwei Metern haben. Das „Schloss“ steht damit direkt über der Stelle, wo sich zwei Grundwasserleiter zwischen den beiden Flüssen Mangfall und Schlierach treffen.
Von dort geht’s über ein 40 Kilometer langes Leitungssystem nach München, um die Stadt mit Trinkwasser zu versorgen.
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Diese Grundwasserleiter sind Teil des Wasserkreislaufs und werden durch Regenwasser immer wieder aufgefüllt. Die geologische Bodenbeschaffenheit ist wie ein Filter und die Basis für die hohe Reinheit des Grundwassers im Mangfalltal.
Die weitgehend unberührte Natur und die biologische Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen rund um das Quellgebiet im Mangfalltal sorgen außerdem dafür, dass die Wasserqualität rein bleibt. So kann es ohne aufwendige Aufbereitung direkt ins Leitungsnetz der Stadt München fließen.
Diese Qualität ist kein Zufall: Das Wasserschutzgebiet um die Quellstationen wird streng kontrolliert. Und ein zentraler Baustein des Schutzkonzepts ist seit 1992 die ökologische Landwirtschaft im Einzugsgebiet. Die Stadtwerke München fördern Bio-Landbau mit Beratung und Fördergeldern gezielt, um Nährstoffeinträge ins Grundwasser zu minimieren.
Ein Teil der dort wirtschaftenden Bio-Betriebe liefert ihre Milch an die Molkerei Berchtesgadener Land, erste Bio-Molkerei in Deutschland. Schon seit 1973 erfasst und verarbeitet die Molkerei Bio-Milch. Seit 2005 auch Bio-Milch aus dem Mangfalltal. So wurden 2024 über 40 Millionen Liter Bio-Milch aus dem Mangfalltal zu wertvollen Bio-Alpenmilchprodukten in der Molkerei in Piding verarbeitet. Hier verbindet sich Wasserschutz mit hochwertiger Lebensmittelproduktion – und die Verbraucher können durch den Kauf von Bio-Alpenmilch aktiv zum Erhalt dieser einzigartigen Wasserqualität beitragen.
Highlight 3
Was Bio-Kühe mit Trinkwasser zu tun haben
Bio-Milchkühe im Mangfalltal sorgen nicht nur für beste Milch, sondern auch für sauberes Trinkwasser. Geringe Tierzahlen pro Hektar und der Verzicht auf chemische Düngemittel in der Bio-Landwirtschaft schützen das Grundwasser nachhaltig. Kleegras bindet Stickstoff natürlich aus der Luft und sorgt in der Bio-Landwirtschaft für eine ausgeglichene Nährstoffbilanz.
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Bio-Landwirt:innen halten deutlich weniger Tiere pro Hektar als in konventioneller Landwirtschaft üblich. Diese geringere Besatzdichte von zwei Milchkühen pro Hektar (wie in den Naturland-Richtlinien festgelegt) sorgt dafür, dass die anfallende Gülle vollständig auf den eigenen Flächen umweltgerecht ausgebracht werden kann und beugt einer Überdüngung vor. Außerdem sind in der ökologischen Landwirtschaft chemisch-synthetische Dünger und Pestizide tabu. Das schützt die Böden und verhindert, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt.
Die SWM unterstützen diesen Ansatz seit Jahrzehnten – mit Förderprogrammen und langfristigen Verträgen, die den Landwirten Planungssicherheit geben. Die Molkerei Berchtesgadener Land sichert den Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen, die Mitglieder in der Molkereigenossenschaft sind, zudem faire Abnahmepreise für die Bio-Milch und eine zuverlässige Vermarktung.
Das Ergebnis: Eine nachhaltige Symbiose aus Landwirtschaft und Trinkwasserschutz. Wer hier wandert, sieht nicht nur schöne Landschaft, sondern auch ein funktionierendes Miteinander von Tierhaltung und Trinkwasserschutz – denn hier ist jede Kuh auf der Weide zugleich Garant für reines Trinkwasser aus dem Hahn ist.
Highlight 4
Wald als idealer Wasserspeicher
Die Quellen im Mangfalltal sind umgeben von zwei insgesamt 2.190 Hektar großen Schutzgebieten. Über diese Schutzgebiete hinaus werden 4.400 Hektar ausschließlich biologisch bewirtschaftet, mehr als 1.500 Hektar sind Wald. Dabei handelt es sich heute wieder um den in der Höhenzonierung zwischen 500 und 800 Metern üblichen natürlichen Laubmischwald. Er ist als Wasserschutzwald besonders gut geeignet.
Laubmischwald bietet vielen Tieren einen artgerechten Lebensraum und ist außerdem idealer Wasserspeicher: Ein Hektar Wald hält bis zu 2 Millionen Liter Regenwasser zurück. Es wird besonders gut gefiltert und erst nach und nach durch die Bodenschichten ans Grundwasser abgegeben.
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Heute weiß man: Die Zusammensetzung der Baumarten im Wald hat Einfluss auf die Grundwasserqualität. So enthält das Sickerwasser unter Laubbäumen geringere Nitratkonzentrationen und die Durchwurzelung ist tiefer. Beides zusammen führt dazu, dass das Grundwasser darunter besser geschützt und daher reiner ist.
Und auch hinsichtlich der Speichermenge scheinen Laubwälder gegenüber Nadelwäldern im Vorteil zu sein: Deshalb haben die Stadtwerke München schon vor Jahrzehnten mit dem Waldumbau von Fichten-Monokulturen zu stabilen Laubmilchwäldern begonnen. Heute ist praktisch der gesamte Wald im Quellbereich ein Laubmischwald und wird nach den Naturland-Richtlinien anerkannt ökologisch und nachhaltig bewirtschaftet.
National gesehen sind rund ein Drittel der Fläche Deutschlands Wald, in Bayern sind es 37 Prozent. Rund 90 Prozent der Höfe der Molkereigenossenschaft bewirtschaften Wald, 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche sind Grünland und rund ein Drittel aller 1.500 Betriebe wirtschaften anerkannt ökologisch.
So leisten die Landwirt:innen der Molkerei Berchtesgadener Land durch die vielfach extensive Bewirtschaftung der Betriebe im Grünlandgebiet der Alpen mit durchschnittlich 30 Kühen einen wichtigen Beitrag zum Humusaufbau und zur Wasserspeicherung in der Region.
Highlight 5
Artenreiche Blühwiese – Ökolandwirtschaft und Artenvielfalt
Bunte Blühwiesen im Mangfalltal sind Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere. Außerdem wird im Grünland kontinuierlich Humus aufgebaut – deutlich mehr als auf Ackerflächen. Grünland wird so zum besseren Wasserspeicher. So fördern Wiesen die Artenvielfalt und tragen – besonders bei extensiver Bewirtschaftung im Bio-Landbau – maßgeblich zum Schutz des Trinkwassers bei.
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Wer durchs Mangfalltal wandert, begegnet ihnen überall: satt grüne Wiesen, die im Frühjahr farbenprächtig voller Margeriten, Klee, Glockenblumen und seltener Kräuter sind. Sie sind weit mehr als nur schön anzusehen – sie sind Lebensraum und Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Vögel und viele andere Tierarten. Diese Vielfalt ist kein Zufall: Sie entsteht, weil Bio-Landwirt:innen auf intensive Düngung verzichten und ihre Wiesen im Rahmen von Naturlandschaftsprojekten oftmals später und seltener mähen. So können Pflanzen zur Blüte kommen und Samen bilden, und Insekten finden Nahrung über einen langen Zeitraum.
Die Alpenregion an sich ist ein niederschlagsreicher Standort mit durchschnittlich 1.200 bis 1.400 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr. Das ist neben der geologischen Bodenbeschaffenheit einer der Gründe, warum die Region von Grünland bestimmt ist. Im Einzugsgebiet der Molkerei Berchtesgadener Land – vom Watzmann bis zur Zugspitze – sind über 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Grünland.
Deshalb ist die Alpenregion auch idealer Milchwirtschaftsstandort. Denn nur Wiederkäuer – wie die Kuh – können diese landwirtschaftlichen Flächen für die Lebensmittelproduktion nutzen, indem sie aus Gras wertvolle Lebensmittel wie Milch und Fleisch erzeugen. Zudem wird hier keine Massentierhaltung betrieben, sondern die Landwirtschaft ist geprägt von bäuerlichen Familienbetrieben. Besonders schützt die nachhaltig ökologische Bewirtschaftung das Grundwasser. Denn ohne Überdüngung gelangt kein überschüssiges Nitrat in den Boden, und Pestizide werden gar nicht erst eingesetzt. Damit trägt ökologisch bewirtschaftetes Grünland doppelt zum Umweltschutz bei: Es fördert Artenvielfalt und sichert die Trinkwasserqualität.
Die Stadtwerke München (SWM) unterstützen diese Form der Landbewirtschaftung durch langfristige Förderverträge. Die Molkerei Berchtesgadener Land verarbeitet die Milch dieser Bio-Betriebe zu Bio-Alpenmilch - mit jedem Liter wertvoller Bio-Alpenmilch von Berchtesgadener Land wird so nicht nur Artenreichtum, sondern auch Münchens Trinkwasserqualität unterstützt.








